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Eigener Schmus

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Auf den ersten Blick ist Fauser hier schwer zu erkennen. Später eigentlich auch

Foto: Annette Hauschild/Ostkreuz

Ein Freund schwärmte kürzlich von einem Zeilensprung in Goethes Wandrers Nachtlied. Der Sprung von „du“ auf „kaum“ in „Über allen Gipfeln / Ist Ruh‘, / In allen Wipfeln / Spürest du / Kaum einen Hauch“ sei nicht nur klanglich, sondern auch semantisch einer der vollkommensten, indem das „Kaum einen Hauch“ das „Spürest du“ wieder annulliere.

Jörg Fauser, geboren 1944 in Schwalbach im Taunus knapp, aber doch neben Goethes Geburtsstadt, war grade 22, als er Statt einer Antwort schrieb, das also fast noch ein Jugendgedicht ist: Da liest man: „Worauf ich warte? Ich weiß / es nicht.“ Das Gespräch über Goethe fiel mir beim Sprung von „Ich weiß“ zu „es nicht“ wieder ein. Wie vo…

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