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Wohl dem, der lieben kann

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Fotos: Getty Images (2)

Zum guten Leben gehört der Genuss, zum Genuss die Genussfähigkeit, zu den Genüssen der Kunstgenuss. Genießen aber ist nicht Konsumieren. Wer Kunstwerke konsumiert, erfährt sie nicht als Kunst. Dies scheint darauf hinzudeuten, dass es überhaupt ein Unding ist, Kunst in der Warenform zu erfahren. Aber anders als warenförmig können uns Kunstwerke gar nicht begegnen. Um den „archaischen Torso Apollos“ zu sehen, den Rainer Maria Rilke besingt, müssen wir den Louvre besuchen und dafür Eintritt zahlen. Rilke macht den Besuch dieses Torsos zum Paradigma von Kunst überhaupt. Wer fähig sei, Kunst zu genießen, der fühle sich von diesem bloßen Rumpf eines Körpers so wahrgenommen, wie er selber ihn wahrnehme: „Da ist keine Stelle, die dich nicht sieht.“

Wenn das stimm…

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