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Gut gemeint

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„Buen vivir“ steht in der Verfassung. Praktisch ändert das aber wenig

Foto: Joao Padua/AFP/Getty Images

Linke haben Schwächen. Zum Beispiel für Utopien – und große Begriffe. Insbesondere seit dem Untergang des Realsozialismus ist das Bedürfnis danach groß. Einer dieser Begriffe, der vor etwa zehn Jahren in globale linke Debatten stieß, kommt aus Lateinamerika. Als „buen vivir“ beflügelt er die Fantasie postkolonialer Linker und Post-Wachstums-Theoretiker. Das ist verständlich, schon der Klang des Begriffs ist verheißungsvoll: „buen vivir“ – gut zu leben, das verspricht Harmonie und Bedürfnisbefriedigung und klingt nach einer Art politischer „dolce vita“. Dabei ist „buen vivir“ eigentlich irreführend. Ursprünglich heißt der Begriff „sumaq kawsay“, auf Kichwa, oder „suma qamaña“ a…

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