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Wer sind wir – und wenn ja, wie viele?

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Illustration: der Freitag

Liebe Leserinnen und Leser,

Was bin ich? war mal eine Spieleshow im Fernsehen. Das müssen unbeschwerte Zeiten gewesen sein. Damals konnte man es noch wagen, die schwerwiegende Frage nach der Identität als „heiteres Beruferaten“ zu stellen. Und am Ende ging es nur darum, wie viele Fünfmarkstücke in welchem „Schweinderl“ landen – um mehr nicht. So fidel sind wir nicht mehr.

Für uns ist die Frage, wer wir sind, kein Spiel. Es hängt zu viel davon ab. Es ist ein sonderbares Phänomen der englischen Sprache, dass die Fragen nach dem Befinden und dem Wesen eines Menschen beinahe identisch sind: Es ist nur eine Ecke von „How are you?“ zu „Who are you?“. Diese anagrammatische Nähe ist sicher kein Zufall: Wer man ist und wie es einem geht – das hängt zusammen. He…

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