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Für eine Kultur des Zweifelns

Kein anderes Wort hat die Debatten des Jahres 2016 so geprägt wie: postfaktisch. Das hat auch damit zu tun, dass es nicht nur ein temporäres Phänomen zu beschreiben versucht. Nein, ein ganzes Zeitalter soll es gleich sein. Deshalb, so erklärt die Gesellschaft für deutsche Sprache, die das Adjektiv jüngst zum Wort des Jahres kürte, heiße es auch nicht kontra- oder antifaktisch. „Ähnlich wie bei Postmoderne oder Poststrukturalismus“ liege dem Begriff nämlich „die Vorstellung einer neuen Epoche“ zugrunde. Diese sei dadurch gekennzeichnet, dass „immer größere Bevölkerungsschichten“ bereit seien, „in ihrem Widerwillen gegen ‚die da oben‘ (...) Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen zu akzeptieren“.

So plausibel sich das angesichts grassierender Fake News, der erfolgreichen B…

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