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„Und ich lebe noch immer“

Jakob Augstein: Herr Langer, Sie sind Jude, schwul, haben nichts gegen Muslime. Wären wir in New York, würde jetzt wohl ein total lustiger Witz kommen. Aber wir sind in Berlin, also rede ich einfach weiter: Leben Sie noch in Berlin-Neukölln?

Ármin Langer: Ja, seit drei Jahren, und ich lebe noch immer.

Im Ernst: Kann man sich in Neukölln auf der Straße als Jude zu erkennen geben? Was passiert da? Ist es gefährlich? Sie lachen schon, dabei meinte ich das ernst.

Ich werde auch ernst antworten. Kurz nachdem ich von Ungarn nach Neukölln zog, bin ich bei einem neuen Friseur gelandet. Wie fast alle Friseure in meiner Nachbarschaft kam er aus dem Libanon, und seine erste Frage war, warum ich denn jetzt ausgerechnet nach Berlin gezogen sei. Ich bin wegen einer Ausbildung zum Rabbiner in diese wund…

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