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Im Reich der vielen Märtyrer

Hinweg über ausgeblichene Knochen, Haarbüschel und Kleiderfetzen flattert ein Flugblatt der irakischen Armee im Wind. „Wir kommen, um euch vor dem IS zu retten!“, heißt es darauf – zwei Jahre zu spät für die Toten in diesem Massengrab. Zehn Minuten Autofahrt entfernt liegt die Stadt Sindschar oder das, was von ihr übrig blieb. Ganze Straßen sind immer noch reine Trümmerfelder. Die Rollläden der Geschäfte tragen weiterhin die Markierungen der Besatzer: zum Plündern freigegeben, wenn die Eigentümer Jesiden waren. Unter jedem Schutthaufen können Bomben versteckt liegen.

Die Stadt und der Distrikt Sindschar im Nordirak gelten als Symbole für das Leid der jesidischen Minderheit unter der Herrschaft des sogenannten Islamischen Staates (IS). Vor einem Jahr wurde die Region befreit. Seither jedoc…

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