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Im Schimpf vereint

Dass Literaturpreise vor allem den Betrieb selbst feiern, ist allgemein bekannt. Zum Beispiel Klagenfurt: Das Wettlesen gerät immer stärker zum Selbstinszenierungstheater der Juroren, und vor der ersten Weißweinschorle im Garten des Schlosses Loretto mussten sich schon etliche Autorinnen und Autoren eingestehen, dass sie nicht viel mehr sind als eine intellektuelle – pardon – Masturbationsvorlage für KritikerInnen, deren Interesse naturgemäß mehr ihrer Außenwirkung als dem literarischen Vermögen ihrer Delinquenten gilt.

Dass Preise vor allem zu Ehren der Preisstifter ausgelobt und die Preisträger dabei zu notwendigen Marionetten degradiert werden, führte wie kein anderer Thomas Bernhard vor. Insgesamt 15 Preise wurden Bernhard zugesprochen, darunter der Julius-Campe-Preis, von dem Bernh…

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