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Sing den Machiavelli

So beginnen zur kalten Jahreszeit viele Opernaufführungen: Der Intendant betritt als Erster die Bühne, um sich dafür zu entschuldigen, dass einer Sängerin der Hals streikt. Schau an, diesmal sind alle gesund. Nicht kurzfristig umzubesetzen ist freilich der Kronleuchter, der nicht verlöschen will. An seine Sicherung wiederum gekoppelt sind alle Notausgangslichter. Man muss kein Opernfan sein, um sofort zu wissen, wo die Szene spielt. Es kann nur in Berlin sein, in der gerade um Jahre verspätet wiedereröffneten Staatsoper Unter den Linden.

Es bleibt also hell. Und ausnahmsweise ist das gut so. In jeder Hinsicht. Denn diese Oper und diese Produktion sind reine Erleuchtung. Im Sinne von Aufklärung: Eine 350 Jahre alte Satire auf alles, was uns groß, bloß nicht artig erscheinen mag. Erstens …

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