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In den Startlöchern

Nasrin hat alles sorgsam vorbereitet. Sie stellt die Musik in ihrem Auto laut, holt einen Beutel aus dem Kofferraum mit einem kleinen Kuchen und Schokolade, außerdem eine Thermoskanne mit heißem Tee. Weil Ramadan ist, darf tagsüber in der Öffentlichkeit Teherans gerade nicht gegessen werden. Nasrin macht es in ihrem Auto. „Iraner sind keine ernsthaften Muslime, nur die Regierung meint es ernst“, sagt die 35-Jährige. Ihr Auto parkt vor einem der Hochhäuser im Westen Teherans. Hier wohnt sie mit ihren Eltern. Sie ist nicht verheiratet, ihre Eltern sind traditionell eingestellt. Single sein, das sei ihre Form des Widerstands, sagt Nasrin. Dann beißt sie in ein Kokos-Küchlein.

Sie will nicht über Verbote reden, sondern über ihre Arbeit. Nasrin ist Regisseurin. Vor jedem ihrer Filme ist der …

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