Loading

Tagebuch

Liebe Leserinnen und Leser,

in pandemischen Zeiten ist es gar nicht so leicht, ein Streitgespräch zu führen. Die zeitliche Verzögerung in Videokonferenzen erschwert jede Diskussion. Hinzu kommt die Sache mit der Sprache: In seinem Roman Middlesex lässt Jeffrey Eugenides eine Figur über das Deutsche sagen, man müsse immer bis zum Satzende auf das Verb warten und könne darum niemandem ins Wort fallen. Unter diesen Umständen besaß ich einfacher Freitag-Redakteur die Hybris, zwei rhetorische Silberrücken zusammenzuführen: den konservativen Norbert Bolz und den linken Albrecht von Lucke.

Schon meine zweite Frage konnte ich nicht stellen, weil Lucke so erbost war ob der Aussagen seines Kontrahenten. Was tun? So was kratzt doch am Ego! Nachhaken, unterbrechen, glänzen – so lernt man es in der Ausb…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.