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Die Woche

vom 29. bis 5. Dezember 2018

Argentinien

Fahrlässige Tötung

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Foto: Alfonsina Tain/AFP/Getty Images

Das vor gut einem Jahr havarierte U-Boot San Juan wurde nicht in dem Maße gewartet, wie das die argentinische Marine vorschreibt. Das Wrack des Bootes war am 17. November in 800 Metern Tiefe 400 Kilometer vor der Küste Patagoniens gefunden worden. Erste Untersuchungen haben nun ergeben, dass defekte Teile nicht erneuert wurden. Wie das Portal amerika21 schreibt, habe man ein Ventil im Belüftungssystem einer Akkumulatorenkammer nicht ausgetauscht, obwohl es damit Probleme gab. Die gebotenen Wartungsarbeiten im Trockendock unterblieben. Die Regierung von Präsident Macri hatte aus Spargründen die dafür zuständige Werft weitgehend stilllegen lassen. Lutz Herden

Afghanistan

Angebot in Genf

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Foto: Farshad Usyan/AFP/Getty Images

Man stehe nicht nur für Verhandlungen zur Verfügung. Man fühle sich zu diesem Angebot auch durch eine stabile nationale Ökonomie ermutigt, so argumentierte Staatschef Aschraf Ghani auf der internationalen Afghanistan-Konferenz in Genf. Das Treffen sollte Erkenntnisse darüber erbringen, wie die bei einem ähnlichen Meeting 2016 zugesagten Hilfsgelder, gut 15 Milliarden Dollar, verwendet wurden. Bisher fließen die Mittel noch vorrangig in die Versorgung mit Nahrungsmitteln, da durch den Bürgerkrieg in einigen Provinzen und Dürreperioden etwa 3,6 Millionen Menschen unter Hunger leiden. Ob die Aufständischen mit der Regierung in Kabul sprechen wollen, bleibt offen. Lutz Herden

Oury Jalloh

Ermittlungsverweigerung

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Foto: Imago/Chromorange

Wurde Oury Jalloh in seiner Zelle umgebracht? Seit beinahe 14 Jahren beschäftigt sich die Justiz mit dieser Frage, nun entschied die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg, die Ermittlungen nicht neu aufzurollen. Die Beschwerde von Jallohs Hinterbliebenen wies sie ab. Staatsanwalt Jürgen Konrad sagte zur Begründung, es bestehe kein Tatverdacht gegen Polizeibeamte oder andere Dritte, Jallohs Matratze angezündet zu haben. Mehrere Widersprüche beim Hergang des Brandes, die die These der Selbstanzündung des Geflüchteten in Frage stellen, bleiben damit ungeklärt. Den Angehörigen bleibt nun als letzte Möglichkeit die Beantragung eines Klage-Erzwingungs-Verfahrens. Elsa Koester

Mexiko

Trendumkehr

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Foto: Alfredo Estrella/AFP/Getty Images

Als eine der ersten Amtshandlungen hat der linke Staatschef López Obrador den Präsidentenjet (Wert 200 Millionen Dollar) zum Verkauf ausschreiben lassen. Er habe dies vor der Wahl versprochen und wolle nur noch Linie fliegen. Beim Amtsantritt am 1. Dezember hat Obrador eine „radikale Wende“ angekündigt. Dies gelte für den Kampf gegen Korruption wie die „katastrophale neoliberale Politik“. Mit dem Projekt „Tren Maya“ sollen große Investitionen in den unterentwickelten Südwesten Mexikos fließen. López Obrador symbolisiert nicht nur Wandel, in Maßen verkörpert er auch einen Gegentrend, wenn wie in Brasilien rechtsextreme Politiker zum Präsidenten gewählt werden. Lutz Herden

Arbeit

Ferner Feierabend

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Foot: Imago/Eckhard Stengel

In den Chefetagen dürften die Champagnerkorken knallen: Mehr als 2,1 Milliarden Überstunden haben die Beschäftigten hierzulande im vorigen Jahr geleistet, die Hälfte davon unentgeltlich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Für die Unternehmen rentiert sich die Arbeit zum Nulltarif, sie bereichern sich auf dem Rücken ihrer Beschäftigten. Im Vergleich zu 2016 ist die Zahl der Überstunden um fast elf Prozent gestiegen, die Arbeitgeberverbände sprechen von einem „konstant niedrigen Niveau“. Der DGB fordert zum Schutz der Beschäftigten eine „Anti-Stress-Verordnung“ und Sanktionen für zahlungsunwillige Chefs. Martina Mescher