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Noch steht die Kuh

Ein gewaltiges Ritual ist die Leonhardi-Fahrt in Bad Tölz. Jährlich am 6. November werden an die 80 Vierspänner geschmückt und die steile Marktstraße hinaufgetrieben. Manche der Kaltblüter sind noch Brauereipferde, so sie aber von den Bauernwiesen aus weitem Umkreis stammen, fahren die Männer schon lange vor dem Festtag an den Waldrand zum Üben. Denn ungeübt bringt das kein Pferd und auch kein Neuling auf dem Kutschbock zustande: zwölf „Jungfrauen“, sehr speziell angetan, auf den alten, kunstvoll bemalten Wagen unbeschadet an die zehn Stunden bergauf und bergab zu chauffieren und den Schrecken der Pferde auf dem Berg abzufangen, sollte der Pfarrer beim Segen zu dicht ans Mikrofon treten.

Da haben wir die Ingredienzien des besonderen bayerischen Zusammenhalts, der bis heute den Namen ver…

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