Loading

Jetzt haben sie Namen

Hohe Mauern umgeben die älteste psychiatrische Einrichtung auf dem Balkan, ein Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, an dem noch immer die Narben des jugoslawischen Bürgerkriegs der 90er Jahre zu sehen sind. Doch die Tore sind nicht mehr verschlossen. An den Türen im Inneren wurden die Klinken ausgetauscht und die Gitter von den Fenstern entfernt. „Das Gefängnis“, sagt Darko Kovaoic, ein hier lebender, 53 Jahre alter Dichter mit Schizophrenie, „ist aufgebrochen.“

Die Einrichtung im ostkroatischen Osijek wird von Ladislav Lamza geleitet, einem früheren Sozialarbeiter, der sich bei der Regierung, dem Gesundheitsminister und seinen eigenen Angestellten dafür einsetzt, das Leben der „Leistungsempfänger“ zu verändern. Denn bis vor ein paar Jahren handelte es sich bei der Einrichtung noch um eine …

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.