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Prager Blut

Am besten kommt man schon ein bisschen traurig nach Prag. An einem Herbstabend, mit dem Zug. Sitzt allein in seinem abgedunkelten Abteil, fährt durch die tschechische schwarze Nacht unaussprechlicher Orte. Sieht Hinterhöfe, Häuser, Wald, im Vorbeirauschen leuchten warme Fenster einsamer Existenzen, dann wieder Wald. Lässt so langsam diese Jahrhundertmelancholie in sich aufsteigen, deren Nachhall gewaltiger Tage im unwirklichen Gassengemenge der Goldenen Stadt keinen Ausweg finden wird.

Nächster Halt Prag, Ausstieg in Fahrtrichtung rechts. In der Nacht begegnen sich da verwitterte Statuen auf Brücken und erzählen mit steinernen Stimmen von den Jahreszeiten ihrer Geschichte, die oft Schmerz war und doch Leben ist. Ein ewig gotisches Organ mit tausend Türmen. Schwer und vor sich hin schlage…

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