Loading

The week

from 21. until 27. November 2019

Argentinien/Brasilien

Spitzenduell

placeholder article image

Foto: Getty Images

Gehässige Worte fliegen zwischen dem brasilianischen Staatschef Bolsonaro und Argentiniens designiertem Präsidenten Alberto Fernández hin und her. Ersterer hat vor Tagen bekräftigt, dass Buenos Aires aus dem südamerikanischen Staatenbund MERCOSUR relegiert gehöre, falls sich die neue Regierung zu keiner raschen Handelsliberalisierung bekenne. Fernández wies das als Angriff auf die Souveränität seines Landes zurück und revanchierte sich, indem er Bolsonaro „rassistisch und gewalttätig“ nannte. Schon Ende Oktober hatte er in seine Rede nach dem Wahlsieg ein „Lula libre“ eingeflochten und für den Ex-Präsidenten Brasiliens das Ende jeglicher Strafverfolgung verlangt. Lutz Herden

Klimastreik

Aussteigen, bitte

placeholder article image

Foto: Getty Images

Extinction-Rebellion-Gründer Roger Hallam hat mit der Gleichsetzung des Klimawandels mit dem Holocaust (Lesen Sie hierzu S. 21) für Debatten über die klimaaktivistische Gruppe gesorgt. Während sich Extinction Rebellion Deutschland von Hallam distanzierte, gehen die Proteste der Fridays For Future in die nächste Runde: In der gesamten Woche organisieren die „Students for Future“ an 50 Universitäten anstelle des normalen Lehrplans Veranstaltungen zum Klimaschutz. Im Anschluss an den bundesweiten Klimastreik am 29. November organisiert das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ Besetzungen der Kohlegrube in der Lausitz. Die Aktivistinnen fordern den sofortigen Kohleausstieg. Elsa Koester

Julian Assange

Verlegen, sofort!

placeholder article image

Foto: Getty Images

Mehr als 60 Mediziner fordern die Verlegung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange aus dem Londoner Belmarsh-Gefängnis in eine Universitätsklinik. Er war im Frühjahr wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden und muss die Auslieferung in die USA fürchten. Dort drohen wegen Spionage bis zu 175 Jahre Haft. Aufgrund „erschütternder Augenzeugenberichte“ befürchten die Ärzte, Assange könne in der englischen Haft sterben. Derweil ist in Schweden ein seit 2010 laufendes Verfahren wegen mutmaßlicher Vergewaltigung eingestellt worden. Die Beweise gegen Assange reichten nicht aus, gab die Stockholmer Staatsanwaltschaft bekannt. Mladen Gladić

NPD-Demo

Presse und Freiheit

placeholder article image

Foto: Imago Images

In zwei Instanzen scheiterte die Polizei in Hannover vor Gericht mit dem Versuch, eine NPD-Kundgebung gegen kritische Journalisten zu untersagen. Am 23. November fand sie mit rund 120 Teilnehmern statt. 7.000 Gegendemonstranten, darunter der neue Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) und Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD), protestierten dagegen, Journalisten an den Pranger zu stellen. Die NPD hetzte vor und während der Kundgebung namentlich gegen drei Journalisten, darunter gegen den NDR-Journalisten Julian Feldmann, der ein Interview mit einem früheren SS-Mann geführt hatte. Vor der Neonazi-Kundgebung kursierte ein Flyer mit dem Aufdruck „Rache für Karl“. Elsa Koester

Afghanistan

Gefangenenaustausch

placeholder article image

Foto: Getty Images

Konzessionen sollen Kontakte befördern. So hat Afghanistans Präsident Ashraf Ghani die Freilassung von drei hochrangigen Taliban verfügt. Deren Führung sagte daraufhin zu, mit zwei Dozenten der Amerikanischen Universität in Kabul ebenso zu verfahren: dem Amerikaner Kevin King und dem Australier Timothy Weeks, die 2016 entführt wurden. Offenbar soll der Austausch den Weg zu Gesprächen zwischen der Regierung und den Taliban ebnen. Mit denen hatten bis September schon US-Unterhändler in Doha sondiert, um einen US-Abzug auszuhandeln. Dann aber stoppte Donald Trump die Verhandlungen. Mittlerweile ist dessen Emissär Khalilzad bemüht, sie wieder aufzunehmen. Lutz Herden