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Anders und anders anders

Es ist eine Allegorie!“, erklärt der Museumsdirektor der Kaiserin, als sie vor der halb nackt und mit Federschmuck präsentierten toten Hülle des „Hofmohren“ Angelo Soliman steht. Das trifft auch auf Angelo zu, die Verfilmung von Solimans Biografie: Der Film will zeigen, nicht unterhalten. Und Solimans Geschichte eignet sich hervorragend, um exemplarisch die verschiedenen Facetten einer rassistischen Kultur zu beleuchten: Anfang des 18. Jahrhunderts als Kindersklave aus Afrika nach Sizilien verschleppt, kommt er später als „Hofmohr“ nach Wien, bis ihm schließlich durch eine bürgerliche Heirat die Emanzipation aus der Versklavung gelingt. Zwar ist Solimans bizarre Biografie nur bruchstückhaft dokumentiert, doch selbst wenn man sich an die belegten Fakten hält, lässt sie sich kaum besser a…

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