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The week

from 23. until 29. November 2017

Honduras

Mordfall Cáceres

Lange blieben die Ermittlungen im Fall Berta Cáceres ohne Ergebnis. Die Menschenrechtsaktivistin war am 3. März 2016 von mehreren Tätern erschossen worden. Nun vermeldet das Portal Amerika21 erste Festnahmen. Sie betreffen die Polizeibeamten Juan Carlos Cruz und Miguel Arcángel Rosales, die durch manipulierte Beweise versucht haben, die Nachforschungen in eine falsche Richtung zu lenken. Laut Staatsanwaltschaft sollte das Mordmotiv verschleiert werden. So wurde als Beweismittel eine Tonaufnahme verwendet, der angeblich die Planung des Anschlags zu entnehmen war. Wie sich herausstellte, wurde der Mitschnitt einen Monat nach dem Tod von Cáceres produziert. Lutz Herden

Kriminalität

Hinter der Haustür

In Deutschland sind im vorigen Jahr mehr als 133.000 Erwachsene Opfer von häuslicher Gewalt geworden, knapp 82 Prozent davon waren Frauen. Mehr als 51 Prozent der Frauen lebten mit dem Täter in einem gemeinsamen Haushalt. Das geht aus einer BKA-Statistik für das Jahr 2016 hervor, berücksichtigt wurden Delikte wie Mord, Totschlag, Körperverletzung und Vergewaltigung. Bei etwa 70.000 Frauen ging es um vorsätzliche leichte Körperverletzung, mehr als 16.700 wurden von ihrem Partner bedroht, rund 11.900 Frauen gefährlich verletzt. In 357 Fällen ging es um Mord oder Totschlag, 208 Frauen überlebten die Gewalttat, 147 wurden von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Martina Mescher

Myanmar

Rückkehr anberaumt

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Foto: Imago

Innerhalb der nächsten Wochen sollen erste Rohingya-Flüchtlinge aus Bangladesch in ihre Heimat Myanmar zurückkehren. Darauf haben sich die Regierungen beider Staaten geeinigt, wobei ausdrücklich von keinem Vertrag, sondern einer Absichtserklärung die Rede ist. Zunächst soll es einen Identitätscheck für alle Heimkehrwilligen geben. Insofern bleibt offen, wie viele der etwa 625.000 Rohingya, die derzeit größtenteils in überfüllten Lagern leben, von den jetzt vereinbarten Maßnahmen erfasst sind. Da ihre Dörfer in Myanmar teilweise niedergebrannt wurden, dürfte es bestenfalls provisorische Unterkünfte geben. In der Hauptstadt Naypyidaw gibt es dazu bisher keine Angaben. Lutz Herden

Nordrhein-Westfalen

Protest wirkt

Schwarz-Gelb in Nordrhein-Westfalen wollte das Sozialticket für Bus und Bahn abschaffen. So hatte es Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) angekündigt. Die 40 Millionen Euro sollten lieber in den Straßenbau fließen. Teilhabe für Arme zu erschweren und für Reiche zu erleichtern, das können CDU und FDP: In der Frühphase seiner Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Christian Wulff (CDU) das Landesblindengeld gestrichen. Wegen scharfer Proteste führte er es später wieder ein, allerdings reduziert. Protest hatte sich auch in NRW schnell artikuliert – und wirkt: Binnen einer Woche musste Schwarz-Gelb seine Attacke auf die Armen abblasen, das Sozialticket bleibt. Dorian Baganz

Schlecker

Hinter Gitter

Im Sommer 2012 ging die einst größte deutsche Drogeriemarktkette Schlecker insolvent. 25.000 Menschen verloren ihre Jobs. Der ehemalige Eigentümer Anton Schlecker und seine beiden Kinder Lars und Meike (Foto) wollten von der Pleite profitieren. Kurz vor der Insolvenz zahlte Schlecker mehrere Millionen an das Logistik-Tochterunternehmen LDG, welches seinen Kindern gehörte, um so das Geld vor den Gläubigern zu verstecken. Jetzt verurteilte das Landesgericht Stuttgart den Drogerie-Patriarchen zu zwei Jahren auf Bewährung. Seine Kinder müssen für je mehr als zweieinhalb Jahre in Haft und legen Revision ein. Wann dieehemaligen Arbeitnehmerinnen entschädigt werden, ist unklar. Vera Deleja-Hotko