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Engel in Weiß

Alles begann mit einer Postkarte.“ Jenny De la Torre, eine kleine Frau mit warmen Augen, verschränkt die Finger. Wir sitzen in ihrer Arztpraxis, einem ehemaligen Direktorenwohnhaus. Große Fenster gehen auf den Garten. Keine Straßenbahn fährt mehr durch die Pflugstraße, die Mauer ist schon lange weg und der alte Grenzstreifen gleich um die Ecke ein Park.

Während ihres Studiums in der 200.000-Einwohner-Stadt Ica im Süden Perus kam eines Tages die Postkarte einer Freundin an. „Liebe Grüße aus der DDR“ stand da und: „ich studiere in Rostock Medizin“. Jenny De la Torre wollte das auch und ging nach Leipzig. Nach Deutschland, die Wiege der Wissenschaft, wie ihr Vater sagte. Geld spielte in einem sozialistischen Land keine Rolle, das war für sie perfekt.

In einem kleinen Ort in Peru war De la …

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