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Erst klang das nicht avantgardistisch genug

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Erich Wolfgang Korngold

Foto: Imago Images/Mary Evans

Als Erich Wolfgang Korngolds Oper 1922 in München erstmals gegeben wurde, pfiffen im Publikum Nazis. Der jüdische Komponist aus Wien beschwerte sich über Kränkungen auf „meinem (Haken-)Kreuzweg“. Die tote Stadt des erst 23-Jährigen zählt zu den erfolgreichsten Opern der Weimarer Republik – aber auch zu jenen, die es nach dem Krieg lange schwer hatten mit der Wiederentdeckung. Sie klang nicht modern und avantgardistisch genug. Das ist richtig und falsch zugleich. Auch die Opernhits Giacomo Puccinis wie dessen Turandot (1926) klingen nicht gerade wie Werke des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Italiener hielt Korngold für das größte Talent der deutschen Musik.

Korngolds Musik bleibt tonal. Große Arien, betörende Schmachtfetzen, Figu…

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