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Kuchen zwischendurch

Hallende Schritte, die kalte, metallene Oberfläche eines Tresors, die Tür wird geöffnet, darin: die Akte Murer, Franz. „1963, Österreich“, verrät eine kurze Einblendung, dann sind wir in einer Zelle. Ein Gefängniswärter und Murers Anwalt beobachten irritiert, wie der Angeklagte seine Frau küsst, die beiden fast übereinander herfallen. Man diskutiert über den Anzug, den Murer im Prozess tragen soll. Bloß nicht den schicken mit den Abzeichen, der olle Janker muss es sein. „Eine abgewetzte Tracht, das ist Arbeit, das ist Heimat. Sie dürfen nur eines nicht: aus der Rolle fallen.“ Die Worte des Anwalts: überzeugend, kühl, kalkulierend.

Nein, Murer – Anatomie eines Prozesses ist nicht wieder „irgend so ein Nazifilm“. Was Drehbuchautor und Regisseur Christian Frosch da in 137 Minuten durchexer…

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