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Dicht, auch feucht

Ihr zuzuhören ist anstrengend. Anstrengender wäre wohl nur, selbst in Björks Haut zu stecken. Wenn die isländische Künstlerin ihr Publikum wirklich überraschen wollte, müsste sie einfach mal in Jeans und T-Shirt hervortreten. Tatsächlich ist jede neue Platte ein synästhetischer Großangriff aus postmodernen Bildern, experimentellen Videos, exotischer Mode – und, ach ja, Musik. Fast meint man, sie riechen zu können. Moschus und Salz.

Wo Björk ist, dort ist vorne. Eine Madonna hat sich mit jedem Album „neu erfunden“, bis es niemand mehr sehen wollte. Bei Lady Gaga hat sich diese Logik der Überbietung noch schneller erschöpft – ihr „Art Pop“ war zuletzt der allzu durchschaubare Versuch, mit der Brechstange in den Palast einzudringen, in dem Björk seit 1993 unumschränkt gebietet. Erstaunlich…

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