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Das Abhandene

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Illustration: der Freitag

Gegen Ende der Weimarer Republik, genauer: Im Jahr 1930 glühten die künstlerischen Avantgarden bloß noch nach. Innovation geriet zur Tradition, Zwölfton lag zehn Jahre zurück, der Kubismus über 15 Jahre, Joyces bewusstseinsströmender Ulysses erschien 1922. Beim Hochsteigern der Fortschrittsspirale war der Scheitelpunkt überschritten. Figuren der Wiederholung machten sich breit. Und da waren Geschichtszeichen, die auf die Krise deuteten. Marie Luise Knott spricht in ihrer Essaysammlung von einem Vakuum, das freilich auch eine Chance hätte bedeuten können. Die ästhetische Moderne stand im Jahr 1930 am Scheideweg.

„Das radikal Neue, das es 1930 in der Kunst tatsächlich – auch – gab, fand nach 1930 keinen Raum mehr, sich weiter zu entfalten“, schreibt Knott…

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