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Griff nach den Sternen

„Ich hoffe sehr“, sagt die junge Ärztin Maria Ana Aboim, „dass die jetzige Regierung mehr für unser soziales Dasein tut als ihre Vorgänger.“ Sie verdiene als Allgemeinmedizinerin knapp 1.500 Euro im Monat, damit sei in Lissabon heute kein Auskommen mehr.

Dabei ist sie mit ihrer Stelle in einem Klinikum noch privilegiert. Andere Mediziner müssten als Honorarkräfte arbeiten oder mit einem befristeten Arbeitsvertrag ohne große soziale Absicherung auskommen. Unter anderem deshalb haben im zurückliegenden Jahrzehnt mehr als 200.000 junge Portugiesen die Hauptstadt verlassen, im ganzen Land etwa eine halbe Million. Es sind vorzugsweise die 20- bis 35-Jährigen, die auswandern, darunter auch viele von Marias Freunden. Während die Großväter und Väter einst als ungelernte Arbeiter nach Deutschlan…

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