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Die Minderheit am Rande

Warum hat man uns nur vergessen?“, so schrieb eine Sinteza im Januar 1965 an Die Wochenpost – die auflagenstärkste Wochenzeitung der DDR. Und weiter: „Man sieht in uns Tagediebe, nennt uns Zigeunerbrut und doch singt und spielt man unsere Weisen. (...) Aber keiner denkt daran, dass auch wir bittere Not gelitten haben, dass sich die Erde von Auschwitz und anderen Lagern rot von unserem Blut färbte.“ Der Brief endet mit der Bitte: „Liebe Wochenpost, schreibe du doch einmal über uns, damit die Menschen nicht nur Diebe in uns sehen, sondern spüren, dass wir wie sie auch nur Menschen sind. Schreibe über unsere Sitten, über unsere Bräuche, die voller Ethik sind. Beschreibe uns so, wie wir sind, sage den anderen, dass es heute Zigeuner gibt, die studieren. Aber dass sie noch heute verhöhnt wer…

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