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Hinter den Klischees

Die Krimis der Kanadierin Louise Penny sind eigentlich Mogelpackungen. Sie kommen so harmlos daher, dass einem ihre dunklen Abgründe erst auffallen, wenn man längst am Haken hängt. Die listigen Cover des Kampa-Verlages tragen das ihre dazu bei: Wälder, Holzhäuschen, rote Ahornblätter. Autorin wie Verlag spielen mit dem idyllischen Image des nordamerikanischen Landes: Naturverbundenheit, Unverfälschtheit, Urwüchsigkeit.

Auch das Dörfchen, das meist Dreh- und Angelpunkt der Handlung ist, schlägt in diese Kerbe: Three Pines, verborgen in den Wäldern der Eastern Townships südlich von Montreal in der Provinz Québec an der Grenze zu den USA. Es ist auf keiner Karte verzeichnet, wer es findet, hat sich verfahren. Die Bewohner sind freundlich-verschroben: Myrna, die den Buchladen des Ortes führt…

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