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Wer jagt hier wen?

Als im Jahr 1693 in Salem, Massachusetts, 19 Menschen nach einem Hexenprozess gehängt werden, nutzt niemand das Hashtag #witchhunt. Als im Jahr 2017 Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung vorgeworfen werden, ist #witchhunt auf einen Schlag ziemlich populär. Eine markante Umkehrung findet statt: Plötzlich warnen die einstigen Jäger selbst vor der Jagd, weil sie sich als Beute sehen. So etwa Woody Allen, der in einem Interview mit der BBC das Gruselbild einer „witch hunt atmosphere“ zeichnet und sich angesichts der Ereignisse um Weinstein an die Zustände in Salem vor über 300 Jahren erinnert fühlt.

Matthew Whitaker, vor einigen Tagen kommissarisch zum Justizminister der USA berufen, gebraucht das W-Wort ganz ähnlich, nämlich in Bezug auf seinen Dienstherrn und dessen Verw…

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