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Sag nicht immer Trumpland

Roberto Minervini macht Filme von erschütternder Nähe. Nur wenige bewegen sich in ihren Arbeiten wohl so weit – und gleichzeitig respektvoll – auf die „andere Seite“ wie der in 1970 im italienischen Fermo geborene Regisseur. The Other Side, so der Titel seines vielleicht beunruhigendsten Films, ist zunächst geografisch zu verstehen. Denn Minervini lebt und filmt in den USA, genauer: in jenen ländlichen Regionen des Südens, wohin es das Kino nur selten verschlägt – Texas, Louisiana, Mississippi. Gemeint sind mit der „anderen Seite“ aber auch die gesellschaftlichen Milieus, deren Missachtung sich in der verächtlichen Rede vom „white trash“ bereits ausformuliert findet.

Minervinis Protagonisten sind arm oder ohne Arbeit, abhängig von Drogen und Alkohol und fixiert auf das Recht, Waffen zu …

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