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Nach der Ehe

Ivette Löcker stellt sich in Was uns bindet mit einem so grotesken wie beklemmenden Selbstporträt vor: Ihr Gesicht, das die Kamera vom Boden aus frontal kadriert, liegt eingezwängt im Kopfteil einer Massageliege. Auf die Ursache für ihre Verspannungen angesprochen erklärt sie: „Ich komm ja jetzt wieder öfter in den Lungau.“

Der Lungau, ein Bezirk im Südosten des Bundeslands Salzburg, in dem die in Berlin lebende Filmemacherin aufwuchs und die Eltern bis heute leben, bezeichnet mehr als einen Ort. Das Wort ruft ein ganzes Knäuel an ambivalenten Gefühlen auf: Kindheitserinnerungen, die eigene Ablösungsgeschichte und ein irgendwann eingerichtetes Distanzverhältnis, das sich als doch nicht ganz so sortiert und abgeschlossen herausstellt. Denn als die Eltern den drei Töchtern ihre beiden Häu…

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