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Lorbeer in den braunen Sumpf

Aus der Sicht von Volker Bouffier muss die Sache ganz selbstverständlich erscheinen: Der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende zeichnet seinen Vorgänger Roland Koch mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille aus. Er bedenkt also seinen alten Freund, der einst Rassismus und Ausländerfeindlichkeit als Wahlkampfmaterial benutzt hat, mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen, die im Namen eines 1944 von den Nazis ermordeten Gewerkschafters und Antifaschisten verliehen wird.

Von außen betrachtet ist das natürlich so absurd wie skandalös. Aber in Volker Bouffiers Welt steht Roland Koch, der bis 2010 in Wiesbaden regierte, für „persönlichen Mut, politische Courage, Kampf für Demokratie und Freiheit“.

Um diesen Zynismus zu verstehen, sollte man sich an die rassist…

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