Loading

Keiner liest allein

Lesen ist nicht zwingend eine soziale Erfahrung, aber Social Reading im Internet, analoger Lesekreis oder der Hype einer Autorenlesung zielen auf ein Bedürfnis ab, das Lektüre alleine offenbar nicht stillt: das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Lesegesellschaften waren seit Aufklärung und Frühmoderne Bestandteil bürgerlicher Bildungsbestrebungen, heute kommunizieren Millionen digital über Bücher. Shared-Reading-Initiativen setzen auf die therapeutische Wirkung des gemeinsamen lauten Lesens, für den Großteil von Online-Reading-Groups wie für analoge Lesekreise gilt jedoch: Geteilt wird die Lektüreerfahrung, das Buch muss man vorab schon alleine lesen, für viele ohnehin die zentrale Motivation für den Lesekreis. Bei aller aktuellen Vielfalt an Ausprägungen – institutionalisiert an …

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.