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Die Unvollendete

Die Wunde war noch frisch, als sich Andrea Nahles vor der letzten Bundestagswahl in einem Saal des Kölner Gürzenich den Fragen zweier Redakteurinnen der Frauenzeitschrift Brigitte stellte. Immer wieder schien durch, wie sehr es die damalige SPD-Generalsekretärin verletzt hatte, in die zweite Reihe hinter das Herren-Trio Gabriel-Steinmeier-Steinbrück geschoben worden zu sein. „Dreifaltigkeit ohne Maria war noch nie was“, versuchte sie mit gewohnter Flapsigkeit die Kränkung zu überspielen.

Die Katholikin aus der Eifel kokettierte früh mit höchsten Ämtern. „Hausfrau oder Bundeskanzlerin“, schrieb sie in ihrer Abiturzeitung über ihre Berufswünsche. Sieben Jahre nach ihrem Eintritt in die SPD mit 18 wurde sie Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, schnell stieg sie in die Führungsriege der P…

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