Loading

The week

from 29. until 4. November 2020

Natur- und Artenschutz

Druck von unten wirkt

placeholder article image

Foto: Getty Images

In Niedersachsen haben sich Landesregierung, Umweltschützer:innen und Vertreter:innen der Landwirtschaft auf konkrete Schritte für mehr Natur- und Artenschutz verständigt. Künftig sollen mehr Flächen für den Schutz von Wiesenvögeln und Fließgewässern zur Verfügung gestellt werden, der Ökolandbau soll bis 2025 auf zehn Prozent gesteigert werden, der Einsatz von Pestiziden verringert. Die Umweltschutzverbände NABU und BUND kündigten an, ihr zusammen mit 113 anderen Organisationen im Mai angestoßenes Volksbegehren zum Artenschutz zu stoppen, sobald die entsprechenden Gesetze des „Niedersächsischen Wegs“ zum Artenschutz im Landtag beschlossen werden. Pepe Egger

Chinas Strategie

Unabhängig vom Ausland

placeholder article image

Foto: Imago Images

Sich wieder mehr auf die eigene Kraft verlassen, so die Devise der chinesischen KP nach der viertägigen Sitzung ihres Zentralkomitees. Parteichef Xi Jinping hat sich dabei zur „Strategie der dualen Kreisläufe“ bekannt. Sie räumt dem nationalen Markt Priorität ein, um unabhängiger vom Ausland zu werden. Das soll zu Innovationen anregen, vor allem jedoch mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Druck und den Sanktionen der USA erzeugen. Da China die Pandemie weitgehend beherrscht, hilft das seiner Wirtschaft, die im III. Quartal bei einem Plus von 4,9 Prozent deutlich gewachsen ist. So wird auch für das Jahr insgesamt mit einem Plus für das Bruttosozialprodukt gerechnet. Lutz Herden

Peter Grottian

Bankenstürmer

placeholder article image

Foto: Imago Images

Sein Donnergrollen rollte lange durch die Flure der Freien Universität Berlin und durch die Straßen der Republik. Er politisierte Studierende und Erwerbslose, stürmte Banken, belagerte Jobcenter, suchte stets die nächste Regelverletzung, um „die Agenda-2010-Politik zu Fall zu bringen“: Peter Grottian wusste „Politische Theorie“, gute Lehre und zivilen Ungehorsam so zu vermischen, dass die Luft brannte. Er verzichtete auf ein Drittel seiner Professur, um eine Gender-Stelle zu finanzieren. Noch Jahre nach einem Seminar erinnerte er sich an die Projekte seiner Teilnehmerinnen. Am 29. Oktober 2020 starb Peter Grottian 78-jährig. Sein Donner rollt weiter. Elsa Koester

Einen ausführlichen Nachruf finden Sie auf freitag.de

Libyens Waffenruhe

Kein Amtsverzicht

placeholder article image

Foto: Getty Images

Vorerst will Fayiz as-Sarradsch nicht zurücktreten. Der Chef der Interimsregierung in Tripolis hat seine ursprünglich für Ende Oktober angekündigte Demission verschoben. Das sei notwendig, um ein Machtvakuum zu vermeiden, glaubt der deutsche Außenminister Maas, der auf as-Sarradschs Widerruf gedrängt hat. Offenbar soll damit ein politisches Übergewicht der Konfliktpartei um Marschall Haftar verhindert werden, falls in Kürze Verhandlungen über die Zukunft Libyens in Tunesien beginnen. Die stehen in Aussicht, nachdem in der Vorwoche unter UN-Vermittlung eine Waffenruhe für das ganze Land ausgehandelt wurde, um die seit 2011 andauernden Kämpfe zu beenden. Lutz Herden

CDU-Parteitag

Merz setzt sich durch

placeholder article image

Foto: Getty Images

Da hat Friedrich Merz sein Wüten wohl doch geholfen: Der Kandidat für das Amt des CDU-Bundesvorsitzenden sowie seine Mitbewerber Norbert Röttgen und Armin Laschet haben sich darauf verständigt, dass die CDU ihren bereits zweimal verschobenen Parteitag Mitte Januar abhält – ob als zentralen oder dezentralen Präsenzparteitag oder ausschließlich online, das soll Mitte Dezember entschieden werden. Merz gilt als Favorit für das Votum der Parteibasis und war nach der jüngsten Absage des 4. Dezembers als Termin aus der Haut gefahren – er vermutet, das CDU-Establishment wolle ihn als Parteichef verhindern. Zuletzt war gar über einen Termin erst im Frühjahr spekuliert worden. Sebastian Puschner