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Wie der Dritte Weg so kurz geriet

Dreißig Jahre nach der „Herbstrevolution“ in der DDR hat zweifellos ein neuer kleiner Historikerstreit begonnen: Auf der einen Seite die, welche wie der Soziologe Detlef Pollack nicht etwa der „rauschebärtigen Opposition“, sondern nun allein den sich im Herbst 1989 selbst ermächtigenden „schnauzbärtigen Massendemonstranten“ das revolutionäre Prädikat zubilligen. Auf der anderen Seite unter anderem der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, der darauf besteht, dass die oppositionelle Minderheit – wie in jeder Revolution – die Massen mobilisierte. Diese Kontroverse löst den Streit der 1990er ab zwischen denen, die den DDR-„Ausreisern“ das entscheidende Druckpotenzial der Revolte zuschrieben, und jenen, die das Ende der DDR als systemimmanenten „Kollaps“ eines maroden ökonomisch-politischen Sys…

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