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Nähe, Nähte

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Illustration: Christian Bobsien für der Freitag

Berlin, Hauptstadt der DDR, Ende der 70er Jahre. „Schlaf jetzt! Gute Nacht!“ Licht aus, Tür zu. Aber besser als allein im Dunkeln zu liegen und sich zu gruseln, ist es, sich durch den dunklen Flur zu schleichen und durchs Schlüsselloch ins helle Wohnzimmer zu gucken. Da sitzt Mama auf dem braunen Cordsofa und sieht fern. Zu sehen ist nur das Sofa, eine Ecke vom Fernseher und ein Stück von Mamas Beinen. Das reicht nicht. Vielleicht klappt es heute Abend, die Tür ganz leise ein ganz kleines bisschen aufzumachen. Vielleicht kann ich mich heute Abend unbemerkt in Licht und Wärme hineinschleichen. Aber das Wohnzimmer ist strenger bewacht als die innerdeutsche Grenze. Kaum habe ich die Klinke berührt, merkt Mama das. „Was machst du denn …

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