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Eine neue Stadt

Als Brigitte Reimanns wegen des frühen Krebstods unvollendet gebliebener Roman 1974 erschien, war das Schicksal ihrer Heldin in Büchern und Filmen der DDR längst etabliert: Eine idealistische und lebensfrohe junge Frau betritt die Sphäre der Produktion und wird desillusioniert. Es ist ein durchaus ambivalenter Topos der erzählten DDR der 1960er Jahre, denn die jungen Frauen erleben, selbst wenn sie wie Rita im geteilten Himmel einen Selbstmordversuch unternehmen, einen Reifungsprozess in der Auseinandersetzung mit den herrschenden Verhältnissen. Dass der Glücksanspruch sich auch in den Liebesdingen nicht erfüllt, ist dabei mit dem Unbehagen an männlichen Autoritäten in der Arbeitswelt verknüpft, als ob das eine das andere spiegeln könnte.

Im Fall von Franziska Linkerhand handelt es sich …

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