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Sie nannten uns Sozialhilfe-Adel

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Illustration: der Freitag

Fast wäre ich zur Bundeswehr gegangen. Als 18-Jähriger saß ich dem Karriereberater des Militärs gegenüber, und er argumentierte meine Bedenken in Grund und Boden. Gerade für mich als Arbeiterkind, sagte er, sei die Offizierslaufbahn lukrativ, denn ein Anwärter studiere bei vollem Gehalt und erhalte nach zwölf Dienstjahren einen Beamtenstatus. Man lebe unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, häufe keine BAföG-Schulden an und habe niemals Existenzsorgen.

Was gab es da noch zu grübeln? Nun ja, ich hätte meine politische Haltung über Bord werfen müssen. 2003, das war das Jahr der US-Invasion im Irak, und keine Antikriegsdemonstration in meiner Umgebung fand ohne mich statt. Auch den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan fand ich schrecklich. Jetzt aber stand ich …

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