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Asche im Bett

Als das Opernhaus Zürich Kirill Serebrennikow verpflichtete, war der Regisseur noch ein freier Mann. Seit mehr als einem Jahr steht er in Moskau unter Hausarrest, ohne Kontakt zur Außenwelt. Nur ein Anwalt darf ihn besuchen; in dieser Woche begann der Prozess wegen angeblicher Veruntreuung öffentlicher Gelder, der in Wahrheit wohl reine Willkür gegen einen unbequemen Künstler ist.

Das Opernhaus hielt standhaft zu ihm. Aus dem Moskauer Arrest kamen das detaillierte Regiebuch, Entwürfe für Bühne und Kostüme. Videos von den Proben, Videos mit Serebrennikows Anweisungen gingen mit Hilfe des Anwalts hin und her, und in Zürich setzte Freund und Choreograf Jewgenij Kulagin das Konzept um. Hat das funktioniert? Und wie!

Probleme schafft nicht ein Mangel an Gestaltung, sondern zu viel des Guten.…

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