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Babylon Berlin

Als echten Hauptstadt-Moloch kann man sich das von pampig-direkt kommunizierenden, zugezogenen und noch ein paar orijinalen Bewohnern bevölkerte Berlin nicht unbedingt vorstellen. Zu sehr weht der Hauch von Hipster-Spießertum durch die von Hunden (heutzutage schon seltener) zugekackten Straßen. Grund genug, auf die goldenen Zeiten des Stadtmolochs zurückzuschauen, direkt in das schmutzige, dreckige, stinkende Stadtherz. Das Berlin der Weimarer Republik also. Noch rauschen die Roaring Twenties, aber schon wird das politische Unheil am Horizont sichtbar. Rechte Schlägertrupps, linke Revolutionäre, kulturelle Reinerhaltungsfantasien ewiger Germanen und jüdisch geprägte Sexualwissenschaft: Was für eine Mischung!

In ihrem Krimidebüt Der weiße Affe lässt Kerstin Ehmer ihren Kommissar Ariel Sp…

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