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Brüllen, schreien

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Foto: Christian Bobsien für der Freitag

E s ist das kürzeste Märchen der Brüder Grimm: unseren Autor und Literaturwissenschaftler Wolfram Ette beschäftigt „Das eigensinnige Kind“ (Text siehe oben), seit er es zum ersten Mal gelesen hat. Sein gleichnamiger Essay handelt davon, er wendet sich gegen die Unterdrückung lebendiger Impulse im Menschen.

der Freitag: Herr Ette, was hat Sie an diesem Märchen fasziniert?

Wolfram Ette: „Das eigensinnige Kind“ ist ja wie ein Faustschlag, von einer schwer fassbaren Brutalität. Selbst von Kafka gibt es nur wenige Texte, die diese Wucht haben. Als ich es zum ersten Mal gelesen habe, war ich verstört. Die Kürze, die Bündigkeit, dieser brutale Protokollton. Mit absoluter Selbstverständlichkeit wird festgehalten, dass der Tod eines „eigensinnigen Ki…

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