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„Alle, die ich kenne, wollen weg“

Anfang September verkaufte Mohammed Khaldoon eine Kette, um die er seine Schwester gebeten hatte, lieh sich von Freunden noch etwas Geld und stieg zusammen mit 49 Menschen in ein klappriges Boot, das ihn nach Zypern bringen sollte. „Er ging, ohne sich zu verabschieden“, erzählt Fatima Mohammed, die ihm die Kette gegeben hatte. „Das Boot war klein. Der Besitzer sagte, es werde nur für eine kurze Strecke gebraucht, dann würden sie auf ein richtiges Schiff umsteigen. Er nahm ihnen ihre Flaschen mit Wasser und die Taschen weg, er ließ sie mit nichts zurück.“

Kurz darauf ging die Reise so zu Ende wie so viele missglückte Überfahrten zuvor, bei denen vor der libyschen oder syrischen Küste Tausende verzweifelte Flüchtlinge im Mittelmeer ertranken. Bisher galt der Libanon als sicherer Hafen, in …

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