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Wir brauchen weder Gott noch Kaiser

Der Weltruf des Regiegenies Barrie Kosky sprengt schon lange die Bedeutung der relativ kleinen Komischen Oper Berlins. Diesmal in doppelter Hinsicht. Ein hundertköpfiges Orchester lässt den Graben platzen, okkupiert die halbe Bühne, auf der nicht viel Raum bleibt für Chor, Tänzer, Solisten, die deshalb in den Zuschauerraum drängen. Das Licht im Saal bleibt an. Denn die da sitzen, werden nicht bloß mitgerissen, sie gehören dazu, sind das Volk von Theben. So etwas nennt man aus der Not eine Tugend machen.

Und was in Hans Werner Henzes Musikdrama The Bassarids verhandelt wird, betrifft auch alle. Es geht um den Kampf zwischen zwei Lebensprinzipien. Vernunft und Selbstbeschränkung auf der einen, Triebhaftigkeit und Freiheitsdrang auf der anderen Seite. Diese Urkräfte treffen in Gestalt des a…

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