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Nicht zweimal verlieren

Erinnern an die sich in den Armen liegenden Menschen, die am 9. November 1989 auf der Berliner Mauer standen. Erinnern an die Warteschlangen in westdeutschen Supermärkten, wo Ostdeutsche das ihnen geschenkte West-Geld gegen West-Waren tauschten. Erinnern an den am 3. Oktober 1990 in den Himmel von Berlin blickenden Helmut Kohl, vor ihm ein Fahnenmeer, zu hören „Helmut, Helmut“-Sprechchöre.

Es ist ein Erinnern an die Geschichte der Sieger. Da bleibt kein Platz für die Geschichte der Geschlagenen und Gedemütigten, und damit sind nicht die aus einem Politbüro gemeint, sondern jene, die für Sozialismus und Selbstbestimmung kämpften, die anschließend Widerstand gegen die Durchsetzung des Kapitalismus leisteten und dann versuchten, weitere Verschlechterungen abzuwehren.

„Die Geschichte ist Gege…

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