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Madrid bräuchte Mut

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Wenn sich der Unabhängigkeitskampf eine Pause gönnt

Foto: David Jar/Alterphotos/Abacapress/DDP

Seit das Oberste Gericht seine Urteile gesprochen hat, verschob sich deren Bewertung. Es taucht inzwischen ein anderer Schlüsselbegriff auf: Von „Ensoñación“ (Träumerei) ist die Rede. Die neun Katalanen wurden insgesamt zu fast 100 Jahren Haft verurteilt wegen ihrer „Träumerei“, ihren Tagträumen zur Errichtung einer unabhängigen Republik. Für diese fehle jede reale Basis und jeder konkrete Plan. Ihre Strafen hätten die Verurteilten verdient, weil sie Millionen Katalanen mit ihrer Träumerei angesteckt hätten.

Nach dieser Lesart müssen die Massenproteste seit der Urteilsverkündung als Verschärfung dieser Infektion verstanden werden: Eine halbe Million Katalanen ist von einem Delirium erfa…

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