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Ein schlechter Dichter kann guter Christ sein

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Der erste Präsident Senegals, Leopold Sedar Senghor

Foto: Keystone/Hulton Archive/Getty Images

Afrika Die Marseillaise und die Trikolore als Leitsterne, unter denen die Kolonisierten formal französische Bürger, faktisch aber solche zweiter Klasse waren: Léopold Sédar Senghor, geboren 1906, hat das im Senegal am eigenen Leib und Hirn erfahren – eine Erziehung zur französischen Kultur wie in Frankreich, eine aufgedrängte Identität, unter der man aber verachtet blieb. Er warb seit den 1930ern für eine Abkehr vom französischen kulturellen Imperialismus, blieb freilich bei der französischen Sprache noch im Schlagwort: Négritude. Ein Begriff, den auch schon der Dichter Aimé Césaire auf Martinique geprägt hatte und der für Senghor „die Summe aller Eigenschaften“ bezeichnen sollte, „wel…

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