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Die kühle Wolke

So was hat Frank Keutsch noch nicht erlebt. Am 11. Oktober findet sich der Atmosphärenchemiker in Berlin in einer ehemaligen Kirche wieder. Eine kühle Brise zieht durch die Gemäuer. Neben ihm auf einer Sitzreihe zwei seiner Kollegen, ihm gegenüber im Saal 150 Zuhörer, die ihn mit kritischen Fragen und verbalen Attacken prüfen. Wie auf einer Anklagebank.

Der Grund: Keutsch und seine Kollegen haben etwas vor, das vor ihnen noch niemand gemacht hat. Es könnte der Startpunkt einer neuen Ära sein, sagen Kritiker. Der Ära der Klimamanipulation.

Im Prinzip geht es um gerade mal 100 Gramm Kalkstein, die der Harvard-Professor und seine Kollegen 20 Kilometer über der Wüste von Arizona mithilfe eines Ballons in der Stratosphäre ausstreuen wollen. Im Herbst 2018 soll es so weit sein, dann, wenn die…

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