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Ein Regiestreich!

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Das Beschwingte in Wagners Schwulst finden – hier gelingt es

Foto: Nina Stemme

Dieser Koloss ist wahrlich nicht nach jederfraus Gusto: brünnhildenbrünstiges Gebrüll, tobende Tuben. Was VerächterInnen als sechseinhalbstündige Tortur empfinden mögen, gilt erfahrenen Verehrern als Überwältigungsmusik. Auch der neue Ring an der Deutschen Oper berauscht und bewegt – und erscheint doch zugleich irritierend unernst, verspielt statt mythenmächtig. Etwa, wenn Brünnhilde ihren Helden statt auf schroffem Fels auf einem Konzertflügel empfängt. Ein Wunderinstrument, das auch als Lift dient und später als Sarg. Da ist Meister Wagner symbolisch präsent. Und ironisch. Das macht in dieser Inszenierung die vollfette Kost erst verdaulich. Dieser Regiestreich ist ein gelungenes Exempel dafür, wie d…

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