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Hitler im Saal

Es geht um ein Mückenmittel. Swetana heißt das nutzlose Elixier für 3,30 Mark, im Ausland angeblich „millionenfach bewährt“, das ein arbeitsloser Landwirt abfüllt und massenweise in die Republik verschickt, „aber der Gerissene kam an einen noch Gerisseneren, an einen Bankier, über dessen Bank die Geldbeträge liefen“. Er wird also übers Ohr gehauen, wird zum Pleitegeier und muss schließlich für sechs Jahre ins Gefängnis, „zwei alte Damen aber fanden das Mittel gut gegen Kopfschmerzen und machten eine Nachbestellung (…)“.

Gabriele Tergit verfasste den recht kurzen Text über einen glücklosen Gauner 1925 für das Berliner Tageblatt, wo die meisten ihrer Gerichtsreportagen erschienen. Bis 1933 schrieb sie für die Zeitung, die außer montags zweimal täglich in einer Auflage von 160.000 Exemplare…

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