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Seid mal teilbar

Schon von seiner lateinischen Bedeutung her ist das Individuum „unteilbar“– und so forderten es die Veranstalter der gleichnamigen Demo am vergangenen Samstag auch ein: Solidarität statt Ausgrenzung. Solche „statt“-Forderungen sind in der Politik sehr beliebt, auch weil sie das Individuelle kollektivieren und so zeigen: immer nur Ganzes, nie Halbes! „Herz statt Hetze“, hieß es kürzlich in Chemnitz, „Hebammen statt Weltraum“, forderte der Bundesvorsitzende der Freien Wähler in Abgrenzung zu Markus Söders Raumfahrtprojekt, schon in den 80ern trällerte Joseph Beuys Sonne statt Reagan. Politische Forderungen müssen, so scheint es, eindeutig sein, sonst sind sie unglaubwürdig. Sind sie dann aber noch menschlich?

Der Arabist Thomas Bauer liefert zur haarsträubenden Sucht nach Eindeutigkeit ei…

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