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Neues vom Esel

Angefangen hatte alles 1998, als ein Boot mit 217 kurdischen Flüchtlingen an der Küste des kalabrischen Fischerdorfes strandete. Der damalige Lehrer Domenico Lucano bot ihnen Häuser und Arbeit an. Plötzlich kehrte Leben in den von massiver Abwanderung betroffenen Ort zurück. Anfang Oktober wurde Lucano, seit Jahren der Bürgermeister Riaces, oder Mimmo der Kurde, wie ihn hier alle nennen, unter Hausarrest gestellt. In der Anklageschrift heißt es, Lucano soll Scheinehen organisiert haben, die Familiennachzüge ermöglichten. Er habe die Abfallentsorgung in Riace ohne Ausschreibung an zwei Kooperativen vergeben, die mit Migranten arbeiteten.

Italiens Innenminister Matteo Salvini twitterte: „Was sagen jetzt wohl die Gutmenschen?“ In den sozialen Medien formierte sich eine Solidaritätswelle: #…

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